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Taoismus

Die Lehre vom Taoismus verbreitete sich etwa zur gleichen Zeit wie der Konfuzianismus in Vietnam. Der taoistische Volksglaube steht nicht in direktem Gegensatz zum Buddhismus oder Konfuzianismus und seine Schutzgötter werden häufig auf Seitenaltären buddhistischer oder konfuzianischer Tempel verehrt. Die metaphysische Lehre vom Tao, dem Weg, Pfad oder ordnendem Prinzip , erklärt alles kosmische Geschehen durch komplexe Wechselwirkungen der polaren Urkräfte Yin und Yang, die für Gegensätze wie Himmel-Erde, Sonne-Mond stehen. Nicht der Mensch, sondern die Natur mit ihren wechselseitigen Kräften (Yin und Yang) stehen im Mittelpunkt des Kosmos. Zum yang rechnet man das Männliche, Starke, Helle, Aktive und den Himmel, zum yin das Weibliche, Schwache, Dunkle, Passive und die Erde. Der Regulator des Wechsels von yin und yang ist das Tao. Es ist kein Urprinzip, sondern ein überragend wirksames Ordnungsprinzip, das den Rhythmus der Dinge reguliert, es ist kein höheres Wesen, das Dinge erschafft, sondern es bewirkt, dass sie so werden, wie sie sind. Als Begründer der Lehre gilt der chinesische Philosoph Laozi (was einfach nur alter Meister heißt), der 604 v. Chr. geboren sein soll.
Das Tao ist der Urgrund des Seins, das allgemeine Gesetz über den Lauf des Universums. Diese komplizierte esoterische Lehre hat sich in Vietnam nie voll durchsetzen können, öffnete aber den Weg für eine Unzahl von Heiligen und Geistern. Die Götterwelt im Taoismus lässt sich in drei Ebenen einteilen: In der obersten Ebene findet man die himmlischen Götter, an deren Spitze der Jadekaiser (in Vietnam Ngoc Hoang genannt) steht. Auf der gleichen Ebene findet man die Himmelsmutter Thien Mu und die Urmutter der Vietnamesen Au Co. Auf der zweiten Ebene stehen die acht Unsterblichen, die auf den Eingang in den Himmel verzichtet haben, um den Menschen zu helfen. Bei den Vietnamesen sind noch ein paar Unsterbliche dazugekommen. In der dritten Ebene sitzen "irdische Götter", die für eine unbestimmte Zeit auf Erden bleiben, ohne älter zu werden. Hier finden sich unzählige reelle Persönlichkeiten aus der Geschichte, Literatur oder Politik.
Durch die tiefe Verbundenheit mit den Geistern werden oft Bäume, Berge, Seen oder Tiere verehrt. Der Glaube an die beseelten Naturkräfte macht auch die enorme Bedeutung der Geomantie verständlich. Berge, Gewässer und Himmelsrichtungen können das Wohl der Menschen bestimmen. Ein Wohnhaus, ein Tempel oder gar ein Grabmal müssen geographisch günstig liegen, um den Menschen oder den Geist der Götter und Ahnen zu schützen.

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