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HO-CHI-MINH-CITY

Der Stadtstaat Ho-Chi-Minh-City ist mit über 4,5 Millionen Einwohnern das größte Ballungsgebiet Vietnams. Hier konzentriert sich das wirtschaftliche Leben des Landes. Das Gebiet hat von allen vietnamesischen Großstädten die kürzeste geschichtliche Entwicklung: Erst im 19. Jahrhundert wuchsen mehrere Dörfer und Märkte immer mehr zusammen und nannten sich schließlich nach dem Fluss (Song Sai Gon), der ihre Dörfer durchzog. Der Fluss wiederum hatte seinen Namen von den ihn umsäumenden, hohen Kapok-Bäumen, die in der Sprache der Ureinwohner Cay Con hießen.
Die Stadt wurde 1859 von den Franzosen besetzt und gewann erst an Bedeutung, als sie 1883 zur Hauptstadt des französischen Protektorats Cochinchina erklärt wurde.
In einigen Nachbardörfern hatten sich vorwiegend Einwanderer aus China niedergelassen und bestimmten dort das Geschäftsleben. Diese Dörfer gaben sich den Namen Cho Lon (großer Markt).
Rasch wuchsen Saigon und Cho Lon zu einer dynamischen Doppelstadt zusammen, die bis 1975 entweder unter dem Oberbegriff Saigon oder unter dem Doppelnamen Saigon - Cho Lon in den Landkarten zu finden war. Nach dem Sieg der Kommunisten über den Süden benannten diese die Metropole nach ihrem legendären, bereits 1969 verstorbenen Anführer Ho Chi Minh. Der Stadtstaat Than Pho Ho Chi Minh: besteht aus Saigon, Cho Lon und der Provinz Gia Dinh und ist in 12 Stadtbezirke (Quan) und 6 Landbezirke (Huyen) unterteilt. Das Zentrum Saigons liegt im 1. Stadtbezirk (Q1), das von Cho Lon im 5. (Q5). Obwohl der offizielle Name natürlich in allen amtlichen Papieren stehen muss, verwenden die Bewohner des Südens sowie viele westliche Besucher für die Wirtschaftsmetropole im allgemeinen Sprachgebrauch zunehmend häufiger wieder den Oberbegriff Saigon oder differenzieren eben zwischen Saigon und Cho Lon, je nachdem, welcher Teil der Doppelstadt gemeint ist. Vom internationalen Flughafen Tan Son Nhat, der im Norden der Metropole angesiedelt ist, sind es sowohl ins Zentrum Saigons als auch ins Zentrum Cho Lons jeweils etwa 7 km.
Die Franzosen nannten Saigon einst "Paris des Ostens". Der englische Erfolgsautor Graham Greene siedelte hier die Handlung seines spannenden Agentenromans "Der stille Amerikaner" an. Während des amerikanisch - vietnamesischen Krieges verkam die "Perle des Orients" zur reinen Garnisonsstadt und wurde nach der "Befreiung" durch die Viet-Cong 1975 in einen staatlich verordneten Dornröschenschlaf geschickt.
Bei der Umsetzung der Doi-Moi-Politik ab 1987 waren die Bewohner Saigons immer ein paar Schritte voraus. Schnell wurde die Stadt wieder zur quirligen Wirtschaftsmetropole, in der ein Millionenheer fleißiger und hochmotivierter Menschen mit allem Geschäfte macht, was den Dong zum Rollen bringt. Saigon verbindet seinen multikulturellen Flair von einst mit neuem Zeitgeist und blüht zusehends zur Hochform auf.
Saigon hat keinen Altstadtkern, allenfalls einen zentralen Ausgangspunkt, die Kreuzung Dong Khoi und Le Loi. Dong Khoi (Volkserhebung) ist die bedeutendste Flaniermeile der Stadt. Während der französischen Kolonialherrschaft hieß die damals von teuren Geschäften umsäumte Allee Rue Catinat. Zur Zeit des amerikanisch vietnamesischen Krieges wurde daraus die Amüsiermeile Tu Do (Freiheit) mit zahlreichen Cafes, Nachtbars, Tanzlokalen und Stundenhotels. Der rund 1 km lange Streckenabschnitt zwischen dem Hauptpostamt und der Kirche Notre Dame, über den Lam Son Platz mit der Oper und den Hotels Continental und Caravelle, vorbei an einigen Cafes und Restaurants bis hinunter zum Hotel Majestic direkt am Saigon-Fluss lohnt sich auf jeden Fall.
Le Loi, die breite Allee, die in Höhe der Oper im rechten Winkel von der Dong Khoi abzweigt, führt vorbei am Hotel Rex mit Ausblick auf Rathaus und Ho-Chi-Minh-Statue bis zum Ben-Thanh-Markt. Von dort gelangt man über die Tran Hung Dao nach wenigen Metern in die Pham Ngu Lao, die bekannteste Traveller-Meile Saigons. Hier und in der Nebenstraße De Tham finden Rucksacktouristen die preiswertesten Unterkünfte. Im Café Sinh können günstige Ausflüge und Fahrten in alle Landesteile gebucht werden. Auf dem schwarzen Brett werden gebrauchte Motorräder, Fahrgemeinschaften, Moskitonetze und vieles mehr angeboten.

Sehenswürdigkeiten
Die Kathedrale Notre Dame (Nha Tho Duc Ba) liegt am Ende der Dong Khoi. Der neoromanische Backsteinbau wurde von 1877-1883 erbaut, die gotischen Turmhauben jedoch erst 1900 aufgesetzt. In der katholischen Kirche werden täglich mehrere Messen gelesen. Die Gottesdienste an Sonn- und Feiertagen sind oft völlig überfüllt.

Die Hauptpost (Buu Dien) finden Sie direkt neben der Kathedrale. Der imposante Kolonialbau wurde 1891 fertiggestellt. Gustave Eiffel soll die gusseisernen Bögen am Hauptportal und an der Decke entworfen haben.

Die Oper, zugleich das Stadttheather (Nha Hat Thanh Pho), wurde vom Pariser Architekten Ferré entworfen und 1899 eröffnet. Zur Zeit der südvietnamesischen Republik tagte hier die Nationalversammlung. Seit 1976 dient das Gebäude wieder seinem ursprünglichen Zweck. Heute werden in dem grundlegend renovierten Haus vor allem klassische und moderne Theaterstücke sowie Musicals aufgeführt, Konzerte gegeben und Vorträge gehalten.

Das Museum der Kriegsverbrechen in der 28 Vo Van Tan lohnt einen Besuch. Neben einer französischen Guillotine, die zuletzt 1960 in Betrieb war, kann man auf dem Hof auch einen Nachbau der berüchtigten Tigerkäfige besichtigen, in denen Franzosen und Südvietnamesen ihre Gefangenen unter primitivsten Verhältnissen und dem starken psychischen Druck der ständigen Exekutionsmöglichkeit dahinvegetieren ließen.
Die Ausstellung erbeuteter Kriegswaffen, Hubschrauber, Kampfjets und Aufklärer - u. a. die militärische Version einer Cessna 172 (C A 37) - nehmen den größten Teil des Freigeländes ein. In der Museumshalle dokumentieren zahlreiche Originalfotos die Greuel der letzten Kriege, von brutalsten Foltermethoden über Massenexekutionen bis zu den Folgeschäden chemischer Kampfstoffe. Außerdem sind hier weitere Beutewaffen ausgestellt.

Palast der Wiedervereinigung: (Nam Ky Khoi Nghia, Bezirk 1): Dieses weniger beeindruckende Beispiel der Architektur der 60er Jahre hat große geschichtliche Bedeutung. Als ein nordvietnamesischer Panzer am 30. April 1975 durch dieses Tor fuhr, wurde die südvietnamesische Herrschaft beendet. Früher stand hier ein Palast von 1873, der Sitz des Generalgouverneurs von Indochina. Im Februar 1962 wurde er durch die Bomben zweier Top-Piloten bei einem versuchten Staatsstreich in Schutt und Asche gelegt. Präsident Diem, der den Staatsstreich überlebte, ließ danach einen neuen Palast mit 95 Räumen bauen.
Heute hat der Palast noch das Aussehen von 1975. Obwohl von Zeit zu Zeit hier hochrangige Sitzungen stattfinden, ist er ein Rudiment der 60er Jahre, und zeugt von der Überheblichkeit und Heuchelei der Herrschenden Südvietnams. Besucher werden durch riesige, reich mit Wandbehängen, vietnamesischem Kunsthandwerk und Antiquitäten geschmückte Hallen geführt. Marmorne Korridore mit Kristallüstern weisen den Weg zum Kasino im dritten Stock und zum Hubschrauberlandeplatz. Von hier aus gelangen Sie direkt in die Stabszentrale im Keller, einem Labyrinth in der Tiefe voller Kartenmaterial, Sender, einem Notfallschlafzimmer für den Präsidenten und ausgedehnten, bombensicheren Tunnelsystemen. Seit kurzem werden in einem Musikzimmer alte vietnamesische Instrumente ausgestellt. Darüber hinaus wird eine Fernsehdokumentation über die Kriegsjahre 1945-1975 gezeigt. Im Garten steht ein Panzer des 30. April in grünem Glanze.

Ho Chi Minh Museum:Im alten französischen Zollgebäude, mit Säulengängen verziert, überrascht dieses Museum mit einem äußerst gepflegten Garten und einem Cafe mit herrlichem Blick auf den Fluß. Die Exponate bieten einen faszinierenden Einblick in das Leben Ho Chi Minhs. Detailreich wird seine Entwicklung chronologisch wiedergegeben (mit englischen Untertiteln). Erinnerungsstücke werden durch Fotografien, Modelle und Dokumente (darunter Originale wie der handgeschriebene Brief Hos an amerikanische Freunde oder Berichte des französischen Geheimdienstes über seine Aktivitäten) illustriert. Ebenso ausgestellt sind Hos Reifensandalen, sein Tropenhelm und Stock, seine Buschjacke und seine tragbare Hermes-Schreibmaschine.

Das Museum für Geschichte (Bao Tang Lich Su) liegt direkt neben dem Zoo. Das Museum zeigt Nachbildungen und einige echte Exponate aus der Dong-Son-Kultur, dem Funan-Reich und den frühen Khmer- und Cham-Kulturen.

Der Cho Ben Thanh (Markt an der Zitadelle) wurde 1914 erbaut und liegt am südwestlichen Ende der Le Loi. Es ist der größte Markt von Ho-Chi-Minh-City. Ein wuchtiger, quadratischer Uhrturm überragt den Haupteingang. Auf über 11.000 qm Verkaufsfläche findet man von frischem Fisch, Fleisch, Obst, Reis und Gemüse über Porzellanwaren, Elektrogeräte, Textilien, Schuhe, Hüte alles bis hin zur Sonnencreme aus Europa und Plastikspielzeug aus Taiwan. Die belebte Marktstraße Nguyen Thai Hoc endet an der Cau Ong Lanh, einer Brücke (= cau), die über den Rach Ben Nghe führt. Neben der Brücke befindet sich ein bunter Fischmarkt. Der rege Verkehr auf der Brücke läßt das Herz jedes Fotografen höher schlagen. In den umliegenden Garküchen kann man vorzüglich speisen (außer Fisch und Meeresfrüchten auch Huhn, Schweinefleisch und Gemüse).

CHO LON
Cho Lon beherbergt seit seinem Bestehen die größte chinesische Ansiedlung in Vietnam. Nach dem Fall der Region 1975 zeigten die siegreichen Kommunisten wenig Verständnis für das kapitalistische Treiben der geschäftstüchtigen Händler. Hunderttausende Vietnamesen chinesischer Abstammung verließen damals als "Boat People" das Land. Nur wenige Tausend sind in den letzten Jahren zurückgekehrt. Der Flair der einst so geschäftigen Chinatown hat durch die kommunistische "Befreiung" etwas gelitten.
Die zentrale Straße Cho Lons ist die Chau Van Liem. Die Haupt-Verbindungsstraße nach Sai Gon heißt Tran Hung Dao (Verlängerung Le Loi führt direkt zur Oper).
Seinem Namen wird Cho Lon (=großer Markt) nur noch begrenzt gerecht: Es gibt hier nicht mehr und nicht weniger Märkte als in der Nachbarstadt Sai Gon. Handelsplätze lassen sich verlagern, Heiligtümer nicht. Auch heute noch findet man in Cho Lon die größte Ansammlung von Pagoden, Tempeln und Kirchen in Südvietnam. Auffällig ist auch die Konzentration an Krankenhäusern, die allesamt noch aus der Zeit der französischen Kolonialherrschaft stammen.

Pagoden, Tempel, Kirchen
Pagoden werden mit Chua oder Hoi Quan bezeichnet. Die Sakralbauten sind in der Regel zugleich Tempel mit einem Versammlungsraum für die Gläubigen. Vietnamesische, chinesische, traditionell buddhistische und taoistisch beeinflusste Pagoden variieren etwas im jeweiligen Stil.

Hoi Quan Phuoc An (184 Hung Vuong,Q5): Die schönste Pagode Cho Lons mit feinen Holzschnitzereien an Wänden, Säulen und Lampen, vielen kunstvoll gearbeiteten Porzellanfiguren und Skulpturen aus Bronze und Messing. Links neben dem Eingang sehen Sie das lebensgroße Standbild von General Quang Congs Zauberpferd und links hinter dem Altar erkennt man Ong Bon, den Patron des Glücks mit zwei Wächtern.

Chua Thien Hau (710 Nguyen Trai, Q 5, Ecke Trieu Quang Phuc): Frisch renovierte Vorzeige-Pagode aus dem frühen 19. Jahrhundert. Thien Hau ist die Göttin des Meeres und Patronin der Seefahrer.

Hoi Quan Ha Chuong (802 Nguyen Trai, Q 5): Die Pagode ist ebenfalls Thien Hau, der Patronin der Seefahrer gewidmet.

Chua Quan Am (12 Loa Tu): Die meistbesuchte Pagode Cho Lons, 1816 von der chinesischen Gemeinde zu Ehren Quan Ams, der Göttin der Barmherzigkeit errichtet.

Hoi Quan Tam Son (118 Trieu Quang Phuc, Q 5): Im Mittelpunkt steht Me Sanh, die Göttin der Fruchtbarkeit. Aber auch General Quan Cong, Glückspatron Ong Bon, die barmherzige Quan Am und andere Gottheiten sind hier zu finden.

Chua Nghia An (678 Nguyen Trai, Q 5): Schöne Holzarbeiten. Der heldenhafte General Quang Cong, sein rotes Zauberpferd, seine Gehilfen General Chau Xuong und der Mandarin Quan Binh sowie der Glücksgott Ong Bon dürfen auch hier nicht fehlen.

Chua Ong Bon (264 Hai Thuong Lan Ong, Q5): Der bärtige Ong Bon, Wächter des Glücks und der Tugend soll die Gläubigen auch von finanziellen Sorgen befreien können. Kein Wunder, dass der Tempel so gut besucht ist...

Cha Tam Kirche (25 Hoc Lac): Die römisch- katholische Kirche ist nach dem chinesischstämmigen, päpstlichen Legaten Francoise Xavier Tam Assous (1855-1934) benannt, der hier gewirkt hat und begraben liegt. In die Schlagzeilen geriet das Gotteshaus, als der verhasste Präsident Diem und sein Bruder Nhu nach dem Militärputsch im November 1963 darin Zuflucht suchten. Nachdem sich die beiden mit einer Überführung in "Sicherungsverwahrung" einverstanden erklärten, wurden sie abgeholt und kurzerhand erschossen. Die Nachricht von ihrem Tode löste in Saigon wahre Freudenfeste aus. Es werden täglich mehrere Messen in vietnamesischer, sonntags auch in chinesischer Sprache gelesen.

Märkte
Der Binh Tay Markt ist der größte Markt Cho Lons und - nach dem Ben Thanh Markt in Saigon - der zweitgrößte Markt von Ho-Chi-Minh-City. Genau genommen fällt der Markt seit der Einteilung der Stadt in 12 Bezirke in Quan 6 und nicht mehr in den Bezirk Quan 5, der offiziell das heutige Cho Lon umfaßt.
Neben Lebensmitteln finden Sie hier unter anderem auch Textilien, Schuhe, Elektrogeräte, Haushaltswaren und Plastikprodukte jedweder Art. Die Betriebsamkeit der Bauern, Händler, Träger, Helfer und Helfeshelfer, die Reis, Obst und frisches Gemüse von ihrer Ankunft am Ufer des Tau-Hu-Kanals zum Markt befördern und Kleidung und Haushaltswaren zurück zu den Booten schleppen, erinnert unweigerlich an das Treiben in einem Ameisenhaufen. In den Gassen um den Markt finden Sie Handwerker aller Fachrichtungen.
Der An Dong Markt, nahe der Kreuzung An Duong Vuong und Su Van Hanh, ist der zweite bedeutende Markt Cho Lons. Neben dem üblichen Markttreiben mit verführerischen Garküchen zwischen Bergen von frischem Obst und Gemüse, Reis, Fisch und Fleisch hebt sich der Cho An Dong durch sein reichhaltiges Angebot an Kleidung und exklusiven Importwaren aus verschiedensten Ländern von anderen Märkten ab.

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